OpenClaw-Hintergrundabschlüsse behalten in der eigenen Unterhaltung den vollen Kontext
OpenClaw führt Abschlüsse von Hintergrundkommandos in der auslösenden Unterhaltung aus. So unterscheiden sie sich von Heartbeats und lassen sich prüfen.
Dein Agent startet ein Kommando im Hintergrund, die Unterhaltung läuft weiter, und sobald das Kommando fertig ist, bekommt der Agent einen eigenen Turn. So beschreibt es die offizielle Dokumentation von OpenClaw, einer Plattform zum Betrieb von KI-Agenten. Dieser Turn sieht aus wie ein Heartbeat, folgt aber eigenen Regeln. Das betrifft vor allem zwei Dinge: welchen Kontext der Agent dabei sieht und wann die Antwort kommt.
Heartbeat und Abschluss sind zwei Mechanismen
Ein Heartbeat ist in OpenClaw laut Dokumentation ein regelmäßiger, geplanter Agenten-Turn in der Hauptsession. Er soll melden, was Aufmerksamkeit braucht, ohne den Nutzer zuzuspammen. Damit diese Läufe günstig bleiben, gibt es zwei Optionen: isolatedSession startet jeden Heartbeat in einer frischen Session ohne bisherigen Gesprächsverlauf, und lightContext lässt die Bootstrap-Dateien des Workspace weg.
Beim Abschluss eines Hintergrundkommandos greifen beide nicht. Startet eine Unterhaltung selbst ein Kommando und gehört die erfasste Route noch zu ihr, läuft der Completion-Turn laut Heartbeat-Dokumentation in genau dieser Session und mit ihrem vollständigen Kontext. Die Antwort geht an diese Unterhaltung, unabhängig von target und to. Bei internen Sessions wie WebChat landet sie im Transkript der Session.
Das überrascht.
Wer isolatedSession gesetzt hat, um Token zu sparen, rechnet leicht damit, dass das überall gilt. Für diese Abschlüsse setzt die Dokumentation die Einstellung jedoch ausdrücklich außer Kraft. Nur wenn keine solche Route existiert, etwa bei einer Automation mit delivery: "none", richtet sich der Abschluss weiter nach target und to. Das Modell darf trotzdem schweigen, wenn das Ergebnis keine Meldung wert ist. Wer die Turns gar nicht will, schaltet sie laut Dokumentation mit tools.exec.notifyOnExit: false ab und holt Ergebnisse dann selbst ab.
Ereignis statt Intervall
Auch beim Zeitpunkt trennt die Dokumentation beide Fälle. Completion-Turns warten nicht auf das nächste Heartbeat-Intervall, das standardmäßig bei 30 Minuten liegt. Unbegrenzt laufen sie aber nicht: Event-Turns starten laut Doku mindestens 30 Sekunden auseinander und höchstens fünfmal pro Minute.
Ich halte deshalb nur eine Sicht für tragfähig: Der Abschluss eines Hintergrundkommandos setzt die Unterhaltung fort und ist kein verspäteter Heartbeat. Wer Kontextverbrauch, Antwortzeiten oder sichtbare Ausgaben auswertet, sollte diese Turns der auslösenden Unterhaltung zuordnen und nicht dem Heartbeat-Takt.
Wenn ein Turn nicht ins Bild passt
Taucht ein auffällig teurer Turn mitten zwischen zwei Heartbeats auf, lohnt zuerst ein Blick zurück: Hat diese Unterhaltung kurz vorher selbst ein Kommando im Hintergrund gestartet? Dann ist der volle Kontext kein Fehler, sondern das dokumentierte Verhalten.
Für die Diagnose hilft ein direkter Vergleich. Notiere zuerst, welches Hintergrundkommando den Turn voraussichtlich ausgelöst hat, in welcher Unterhaltung die Antwort erscheinen sollte und zu welchem Zeitpunkt der Abschluss erwartet wurde. Prüfe anschließend die tatsächliche Session-Zuordnung, den Zeitstempel und die sichtbare Antwort im Transkript. Stimmen Auslöser, Zielort und Zeitpunkt überein, handelt es sich um den Completion-Turn dieser Unterhaltung. Passt der Zeitpunkt stattdessen zum Heartbeat-Intervall oder erscheint die Antwort in einer anderen Session, ist genau diese Abweichung der Ansatzpunkt für die weitere Suche. Zwei verschiedene Abläufe ohne diesen Vergleich nebeneinanderzustellen, führt meist in die Irre.
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