OpenClaw Tutorial Teil 7: Cron-Jobs, Heartbeats & Automationen
Kompletter Guide zu zeitgesteuerten Tasks in OpenClaw: Cron-Jobs für präzise Zeitpläne, Heartbeats für regelmäßige Checks.
Automatisierung verwandelt OpenClaw von einem reaktiven Chatbot in einen proaktiven Assistenten. In Teil 7 unserer Tutorial-Reihe geht es um die zwei wichtigsten Zeitmechanismen im Alltag: Cron-Jobs für konkrete Zeitpunkte und Heartbeats für regelmäßige Aufmerksamkeit des Agents.
Stand dieses Artikels: 2026-05-08. Die aktuelle OpenClaw-Doku beschreibt Cron als eingebauten Scheduler des Gateways. Heartbeat-Intervalle sind in der dokumentierten Config-Oberfläche unter agents.defaults.heartbeat.every sichtbar.
Voraussetzungen
Bevor du Automationen einrichtest, sollte dein OpenClaw-Setup grundsätzlich laufen:
openclaw config validate
openclaw cron list
Wenn openclaw cron list fehlschlägt, behebe zuerst Gateway-, Auth- oder Installationsprobleme. Für produktive Setups lohnt außerdem ein Blick in die installierte CLI-Hilfe, weil neue OpenClaw-Versionen zusätzliche Cron-Optionen bekommen können:
openclaw cron add --help
openclaw cron --help
Wichtig für Nix-Setups: Wenn OPENCLAW_NIX_MODE=1 gesetzt ist, behandelt OpenClaw openclaw.json als unveränderlich. Lesende Config-Befehle funktionieren dann weiterhin, schreibende Config-Befehle müssen aber über die Nix-Quelle des Setups abgebildet werden.
Cron-Jobs für präzise Zeitpläne
Cron-Jobs laufen im OpenClaw-Gateway, nicht im Modell selbst. Das Gateway speichert Job-Definitionen dauerhaft unter ~/.openclaw/cron/jobs.json; Laufzeitstatus liegt daneben in ~/.openclaw/cron/jobs-state.json. Wenn du Cron-Definitionen versionierst, gehört jobs.json ins Repository, jobs-state.json aber in die .gitignore.
Jede Cron-Ausführung erzeugt laut aktueller Doku einen Background-Task-Record. Das ist praktisch für spätere Audits und Fehlersuche.
Einmalige Erinnerung planen
Der offizielle Quickstart zeigt eine einmalige Erinnerung mit absoluter ISO-Zeit. Verwende für --at deshalb eine konkrete Zeit inklusive Zeitzone, zum Beispiel UTC mit Z:
openclaw cron add \
--name 'Meeting-Erinnerung' \
--at '2026-06-01T06:55:00Z' \
--session main \
--system-event 'Reminder: Meeting startet in 5 Minuten.' \
--wake now \
--delete-after-run
One-shot-Jobs mit --at werden nach erfolgreicher Ausführung standardmäßig gelöscht; --delete-after-run macht diese Absicht im Kommando zusätzlich explizit.
Jobs prüfen und Historie ansehen
Nach dem Anlegen solltest du nicht raten, sondern prüfen:
openclaw cron list
openclaw cron show <job-id>
openclaw cron runs --id <job-id>
Diese drei Befehle sind die wichtigste Diagnoseoberfläche: list zeigt geplante Jobs, show zeigt Details zu einem Job, runs zeigt die Ausführungshistorie.
Wiederkehrenden Cron-Job anlegen
Für wiederkehrende Aufgaben nutzt du einen Cron-Ausdruck. Ein typisches Redaktionsbeispiel ist ein Werktagslauf um 09:00 Uhr:
openclaw cron add \
--name 'Redaktionsschluss' \
--cron '0 9 * * 1-5' \
--session main \
--system-event 'Führe Redaktionsschluss durch: Sortiere Kandidaten-Pool, erstelle Tages-Queue und sende ein kurzes Update.' \
--wake now
Falls deine installierte Version bei wiederkehrenden Jobs andere oder zusätzliche Optionen anbietet, ist openclaw cron add --help die verbindliche lokale Referenz. Vermeide vor allem alte oder nicht belegte Schreibweisen wie /cron add --schedule ... --payload ..., solange sie in deiner Installation nicht ausdrücklich dokumentiert sind.
Cron-Syntax im Überblick
Ein klassischer Cron-Ausdruck besteht aus fünf Feldern:
| Feld | Bedeutung | Werte |
|---|---|---|
| 1 | Minute | 0-59 |
| 2 | Stunde | 0-23 |
| 3 | Tag im Monat | 1-31 |
| 4 | Monat | 1-12 |
| 5 | Wochentag | meist 0-7, wobei 0 und häufig auch 7 Sonntag bedeuten |
Häufige Muster:
| Ausdruck | Bedeutung |
|---|---|
0 7 * * * | täglich um 07:00 Uhr |
*/15 * * * * | alle 15 Minuten |
0 9 * * 1-5 | Montag bis Freitag um 09:00 Uhr |
0 2 * * 0 | sonntags um 02:00 Uhr |
Plane kritische Jobs zunächst mit harmloser Nutzlast und kontrolliere anschließend openclaw cron runs --id <job-id>.
Heartbeats für regelmäßige Aufmerksamkeit
Heartbeats sind nicht dasselbe wie Cron. Ein Heartbeat ist ein regelmäßiger Puls, mit dem ein Agent periodisch aktiv werden kann. Er eignet sich für wiederkehrende Checks, die nicht exakt auf die Minute laufen müssen.
Die aktuell dokumentierte Config-Oberfläche zeigt den Heartbeat-Takt unter agents.defaults.heartbeat.every. Beispiel:
openclaw config get agents.defaults.heartbeat.every
openclaw config set agents.defaults.heartbeat.every '30m'
openclaw config validate
Setze Heartbeats sparsam. Ein sehr kurzer Takt kann dauerhaft Modellaufrufe, Tool-Aufrufe und damit Kosten erzeugen. Für viele Setups ist ein Intervall wie 30m, 1h oder 2h realistischer als ein Fünf-Minuten-Puls.
Wichtig: Die in manchen Projekten naheliegende Idee einer Datei HEARTBEAT.md ist in den hier geprüften offiziellen OpenClaw-Quellen nicht als Konfigurationsoberfläche dokumentiert. Wenn du so eine Datei nutzt, ist das eine projektspezifische Konvention und keine belastbare OpenClaw-Standardkonfiguration. Arbeitsanweisungen für wiederkehrende Checks gehören besser in deine Agent-Instruktionen, Standing Orders oder eine andere von deinem Setup tatsächlich gelesene Quelle.
Die Wahl des richtigen Werkzeugs
Nutze Cron, wenn eine Aufgabe zu einem bestimmten Zeitpunkt laufen muss, wenn sie einmalig in der Zukunft geplant wird oder wenn du eine klare Ausführungshistorie brauchst. Beispiele:
- täglicher Redaktionsschluss um 09:00 Uhr,
- wöchentlicher Report am Sonntagmorgen,
- einmalige Erinnerung zu einem konkreten ISO-Zeitpunkt,
- nächtliche Wartung mit nachträglicher Kontrolle über Cron-Run-Historie.
Nutze Heartbeats, wenn ein Agent regelmäßig nachsehen soll, ob etwas zu tun ist, ohne dass jede Einzelaufgabe einen eigenen exakten Zeitplan braucht. Beispiele:
- alle 30 Minuten prüfen, ob neue redaktionelle Signale vorliegen,
- periodisch Budget- oder Health-Hinweise beachten,
- in einem laufenden Agent-Kontext regelmäßig offene Routineaufgaben berücksichtigen.
Wenn du mehrere voneinander abweichende Intervalle brauchst, zum Beispiel eine Aufgabe alle 10 Minuten und eine andere täglich um 01:00 Uhr, ist Cron meist die sauberere Lösung. Ein einzelner globaler Heartbeat-Takt ist kein Ersatz für mehrere präzise Zeitpläne.
Praxisbeispiel für den Redaktionsalltag
Für agentenlog.de könnte ein konservatives Setup so aussehen:
- Cron übernimmt harte Termine.
- Heartbeat sorgt für regelmäßige Aufmerksamkeit.
- Arbeitsanweisungen stehen getrennt in den Agent-Instruktionen oder Standing Orders.
Cron-Job für den Redaktionsschluss:
openclaw cron add \
--name 'Agentenlog Redaktionsschluss' \
--cron '0 9 * * 1-5' \
--session main \
--system-event 'Redaktionsschluss: Prüfe Kandidaten-Pool, priorisiere Themen, erstelle Tages-Queue und melde die nächsten drei Schritte.' \
--wake now
Heartbeat-Takt für allgemeine Routinechecks:
openclaw config set agents.defaults.heartbeat.every '1h'
openclaw config validate
Dazu gehört eine klare Arbeitsanweisung, etwa:
Bei Routinechecks:
- Prüfe, ob offene Artikel-Drafts blockiert sind.
- Prüfe, ob neue relevante Kommentare oder Hinweise eingegangen sind.
- Prüfe, ob Budget- oder Fehlerschwellen überschritten wurden.
- Fasse nur dann aktiv zusammen, wenn Handlungsbedarf besteht.
Diese Markdown-Liste ist bewusst keine OpenClaw-Konfigurationsdatei. Sie ist eine Arbeitsanweisung, die du an einer Stelle ablegen musst, die dein Agent tatsächlich liest.
Fehlersuche
Wenn ein Cron-Job nicht läuft, gehe systematisch vor:
openclaw cron list
openclaw cron show <job-id>
openclaw cron runs --id <job-id>
openclaw config validate
Prüfe außerdem:
- Ist das Gateway zur geplanten Zeit gelaufen?
- Ist der Cron-Ausdruck korrekt?
- Ist die gewählte Session erreichbar?
- Enthält
--ateine absolute Zeit mit Zeitzone? - Wurde der Job versehentlich nach einem erfolgreichen One-shot-Lauf gelöscht?
- Gibt es Run-Einträge mit Fehlern?
Bei Heartbeat-Problemen prüfe zuerst die effektive Config:
openclaw config get agents.defaults.heartbeat.every
openclaw config validate
Wenn Heartbeats zwar laufen, aber nichts Sinnvolles tun, liegt das oft nicht am Intervall, sondern an fehlenden oder zu unklaren Arbeitsanweisungen.
Best Practices
Starte mit wenigen Automationen. Ein einzelner Cron-Job und ein moderater Heartbeat-Takt sind besser als zehn ungetestete Routinen. Dokumentiere außerdem jeden produktiven Job mit Zweck, Besitzer, erwarteter Ausgabe und Eskalationsweg.
Für Cron-Dateien gilt: Versioniere nur Definitionen, nicht Laufzeitstatus. Konkret: ~/.openclaw/cron/jobs.json kann sinnvoll versioniert werden, ~/.openclaw/cron/jobs-state.json sollte nicht ins Repository.
Achte außerdem auf Kosten. Jede automatische Ausführung kann Tokens, Tool-Aufrufe und externe API-Limits verbrauchen. Besonders kurze Heartbeat-Intervalle und häufige Cron-Jobs sollten bewusst begründet sein.
Was hängen bleibt
Cron-Jobs übernehmen in OpenClaw präzise geplante und überprüfbare Ausführungen. Heartbeats liefern regelmäßige Aufmerksamkeit für weniger zeitkritische Routinechecks. Die stabile Kombination lautet: harte Termine in Cron, allgemeine periodische Aufmerksamkeit über Heartbeat, konkrete Arbeitsanweisungen getrennt und nachvollziehbar dokumentiert.
In Teil 8 dieser Reihe rückt das Multi-Agent-Setup in den Fokus. Dabei geht es um die Orchestrierung mehrerer OpenClaw-Agents, die Verteilung von Workloads und die nahtlose Team-Kollaboration.
Dies ist Teil 7 der OpenClaw-Tutorial-Reihe auf agentenlog.de. Teil 6: Workspace einrichten • Alle Tutorials
Transparenz
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Quellen
Serie: OpenClaw installieren & einrichten
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